sah-photo begleitet seit zehn Jahren lokale Jugendgeschichtsprojekte, qualifiziert Jugendliche in Foto-, Interview-, und Layoutworkshops für die Spurensuche. Ihre Ergebnisse in Form von künstlerischen Präsentationen stellen sie während der Jugendgeschichtsmesse in der Landeshauptstadt Potsdam vor. In den Präsentationen von Lichtbildwerken werden die sinnbildlichen Qualitäten hervorgehoben, wird ein wahrnehmbares Ganzes verknüpft. Es ist die Kunst des Betrachtens, die Wahrnehmung der konstruierten Sinnbezüge und Deutungen in sich selbst herzustellen und zu begreifen.

Das Vergangene wirkt wie ein Fundus, seine Betrachtung bringt Formen der Erkenntnis zutage. Damit diese Vergangenheit, auch die eben erst vergangene Gegenwart verstehbarer wird, werden Beziehungen von Objektinstallationen zueinander auch provokativ komponiert.
Kann hier Kunst wirken, kann sie Kritik am Bestehenden artikulieren, kann sie Traditionen zähmen, kann sie in Form zeitgenössischer Kultur so wirken, dass sie eine Bevölkerung anspricht, die sonst wenig mit Kunst zu tun hat. Welche Themen und welche Schnittmengen bieten sich an, kristallisieren sich heraus? Welche werden die Akteure und Künstler mit den Menschen verknüpfen, um ihnen ihre Kultur zu spiegeln? Eine Kultur des Willkommens, der Transformation. Stellt sich die Frage, wie Menschen den sozialen Zusammenhalt in Zeiten des Umbruchs bewahren. Es geht nicht nur darum, Erfolgsgeschichten finden, sondern die Erfahrungen zu analysieren, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Dimensionen zu erkennen und zu nutzen, inmitten eines ökonomischen, sozialen und kulturellen Umbruchs.

Die aktuelle Ankunft von Geflüchteten stellt für die Wirtschaft der Region und für den demografischen Wandel eine große Chance dar. Unter ihnen sind Fachkräfte, die in sehr kurzer Zeit Deutsch gelernt, Arbeit und Freunde gefunden haben. Doch wie gelingt Integration? Wie stellen wir die Frage nach der Gesellschaft, in der wir leben wollen? Was kann Kunst leisten, um auf einer Metaebene Alteingesessene als auch Neu ankommende zu verknüpfen in Bildern, Texten, Sprache, Inszenierungen?

Ver•un•ortet, ent•heimat•et.
Mit der Ungewissheit nach Ankunft.
Gegend. Un-Gegend. Raumlos.
Rückblick und Trauer.
Idealisierung
Hej•mat.
Verlust.
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